Schlagwort-Archive: Antisemitismus

Veranstaltungshinweis für den 12. März

Auf folgende Veranstaltung des Junges Forums der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Leipzig möchten wir hiermit hinweisen:

Antisemitismus im heutigen Griechenland

Vortrag und Diskussion mit Dimitri Kravvaris
12. März | 17 Uhr | Galerie für zeitgenössische Kunst (Karl-Tauchnitz-Straße 9-11)

Seit Jahrzehnten ist Judenfeindlichkeit ein verbreitetes Phänomen in der griechischen Politik, Medienszene und Gesellschaft. Die erste weltweite Studie zum Antisemitismus, geführt 2014 von der amerikanischen Organisation Anti-Defamation League, verwies darauf, dass das Ausmaß der antisemitischen Einstellungen in Griechenland mit den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas vergleichbar ist. Im Vortrag wird sowohl auf jüngste Ereignisse fokussiert, die den Mainstream-Charakter des griechischen Antisemitismus aufweisen, als auch auf die These des „Holocausts der Griechen“, die vornehmlich von der Querfront Syriza-Unabhängige Griechen getragen wird. Das widersprüchliche Verhältnis der Regierungskoalition zu Israel wird ebenso analysiert.

Dimitri Kravvaris dokumentiert regelmäßig antisemitische Vorfälle in Griechenland auf dem Blog Against Antisemitism. Er ist auch Mitglied des Projektes Watch: Antisemitism in Europe.

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Die Wiedergutwerdung der Deutschen

Lesung und Filmvorführung
29. Januar | 20 Uhr | Cineding (Karl-Heine-Straße 83)

Die Wiedergutwerdung der Deutschen. Essays und Polemiken von Eike Geisel

Lesung mit dem Herausgeber Klaus Bittermann

»Some of my best friends are German«, machte sich Eike Geisel (1945-1997) gerne über das antisemitische Stereotyp lustig, demzufolge einige Juden zu den besten Freunden zählen. Geisel war aber nicht nur ein unnachgiebiger Kritiker des deutsch-jüdischen Verbrüderungskitsches und des Recyclings deutscher Vergangenheit, sondern machte als Historiker mit seinen Arbeiten u. a. über den jüdischen Kulturbund und das Berliner Scheunenviertel auf sich aufmerksam. Der 2015 erschienene Band »Die Wiedergutwerdung der Deutschen« versammelt seine großen essayistischen Arbeiten, beispielsweise über den Antisemitismus des »anderen Deutschland« und den Mythos vom Widerstand des 20. Juli. Klaus Bittermann referiert Eike Geisels wichtigste Thesen und ihren Entstehungszusammenhang. Eike Geisel war Soziologe, Buchautor, Journalist, Übersetzer, Kurator, Filmemacher und Historiker. Seine Essays und Polemiken lösten teilweise große Kontroversen aus. Er starb am 6. August 1997.

Klaus Bittermann ist Verleger der Edition Tiamat, in der die politischen Essays von Eike Geisel erschienen sind. Er ist außerdem Buchautor, Journalist und schreibt für die tageszeitung und Tagesspiegel.

Triumph des guten Willens (Dokumentarfilm, 2016, 97 Minuten)

Film und Gespräch mit dem Regisseur Mikko Linnemann

Der vorerst letzte Teil der Filmreihe »Wie erinnern?« setzt sich mit den Texten des Publizisten Eike Geisel auseinander. Im Zentrum stehen Geisels Kritiken an der deutschen Erinnerungspolitik und seine These über die »Wiedergutwerdung der Deutschen«. Geisels Texte aus den 1990er Jahren unter anderem über die Neue Wache und das Holocaust-Mahnmal kontrastieren die heutigen Bilder der beschriebenen Gedenkstätten. Sie zeigen eine Normalität, die es eigentlich nicht geben dürfte. Zudem analysieren ausführliche Interviews mit Alex Feuerherdt, Klaus Bittermann, Hermann L. Gremliza und Henryk M. Broder Geisels Thesen in Hinblick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse heute. Von der politischen Biografie Eike Geisels ausgehend, zeichnet »Triumph des guten Willens« ein Bild linker Debatten der letzten Jahrzehnte und fragt schließlich nach der Möglichkeit von Kritik in unmöglichen Zeiten.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen der Buchhandlung drift, dem Arbeitskreis Gesellschaftskritik und dem Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus Leipzig.

Die Universität Leipzig im Nationalsozialismus – „Arisierung“, Rüstungsforschung und Kinder-Euthanasie im akademischen Kontext

Vortrag und Diskussion mit Malte Stöcken
13. Oktober | 19 Uhr | Universität Leipzig (HSG) | Hörsaal 8

Direkt nach der Machtübernahme im Jahr 1933 strukturierte die nationalsozialistische Regierung die Universitäten systematisch um. An den Hochschulen wurde das Führerprinzip eingeführt, jüdische WissenschaftlerInnen ausgeschlossen und die kriegsrelevante Rüstungsforschung forciert. Auch beteiligten sich Universitätsinstitute und -kliniken an der „Rassenforschung“ sowie am Euthanasie-Programm. In dem Vortrag soll diese Entwicklung anhand des Fallbeispiels einer der ältesten und angesehensten Hochschulen Deutschlands, der Universität Leipzig, nachgezeichnet und diskutiert werden.

Eine Veranstaltung der Initiative Emanzipation & Antifaschismus und des Arbeitskreis Gesellschaftskritik.

Der iranische Vormarsch

Vortrag und Diskussion mit Thomas von der Osten-Sacken
23. Juni | 19 Uhr | Universität Leipzig (HSG) | Hörsaal 2

Spätestens seit der Iran vom Westen als Partner im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ behandelt wird, dehnt die Islamische Republik ihren Einfluss im Nahen Osten in atemberaubendem Tempo aus. Man kontrolliere jetzt vier arabische Hauptstädte, erklärte jüngst ein Berater des Präsidenten Rohani. Gemeint sind Bagdad, Damaskus, Beirut und San’a. Überall in der Region unterstützt der Iran schiitische Milizen, deren Vorgehen sich in Brutalität wenig von dem des „Islamischen Staates“ unterscheidet und schürt so die sunnitisch-schiitischen Spannungen noch weiter. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Unter Führung Saudi Arabiens griffen kürzlich zehn arabische Staaten die vom Iran unterstützen Houthi-Rebellen im Jemen an. Auch der Bürgerkrieg in Syrien hat sich längst in einen regionalen Stellvertreterkrieg verwandelt. Dem ganzen Nahen Osten droht ein langanhaltender Krieg mit verheerenden Folgen. Derweil könnten in Kürze die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden, nachdem der Westen und Teheran sich in Lausanne auf ein nukleares Rahmenprogramm geeinigt haben. Israel aber auch die sunnitisch-arabischen Staaten lehnen dieses Abkommen kategorisch ab, fürchten sie doch, dass der Iran weiter den Bau von Nuklearwaffen vorantreibt und in Zukunft nur noch aggressiver in der Region agieren wird. Was ihr langfristiges Ziel ist, verhehlen die Führer in Teheran dabei nicht einmal: Die Vernichtung Israels und die Errichtung eines neues iranischen Imperiums im Nahen Osten.

Thomas von der Osten-Sacken ist Geschäftsführer von WADI e.V., einer Hilfsorganisation, die seit 1991 schwerpunktmäßig in Irakisch-Kurdistan versucht, Demokratisierungs- und Gesetzgebungsprozesse voranzubringen und beim Aufbau lokaler Medien hilft. Außerdem berichtet er regelmäßig für die Wochenzeitschrift Jungle World und andere Medien über aktuelle Entwicklungen im Nahen Osten.

Bundesregierung fördert Iran-Geschäfte – trotz geltender Sanktionen

Pressemeldung der Kampagne STOP THE BOMB vom 7.5.2015 (korrigierte Fassung vom 8.5.2015)

Deutsche Unternehmen und die Bundesregierung fördern das Iran-Geschäft derzeit mit Hochdruck. In Berlin empfängt Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel heute den iranischen Ölminister Bijan Zanganeh. Der Ölminister spricht außerdem auf dem „Energy Security Summit“ in Berlin, der von der Münchener Sicherheitskonferenz organisiert wird und unter der Schirmherrschaft von Frank Walter Steinmeier steht. Danach trifft sich Zanganeh laut iranischen Medienberichten außerdem mit Vertretern der Firmen Siemens, Linde und Lurgi.1

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