„Antisemiten aller Länder…“ – die Ablehnung Israels als Schnittpunkt von linkem und gesamtgesellschaftlichem Antisemitismus in Europa

Vortrag und Diskussion mit Marius Mocker
16. Juni | 19 Uhr | Universität Leipzig (HSG) | Hörsaal 9

Am 10. Juli 2015 marschiert in Berlin wie in jedem Jahr ein bunter Haufen aus Islamisten, Verschwörungsideologen, der „Israelkritik“ verpflichteten Marxisten-Leninisten und anderen Antisemiten unter dem Banner des 1979 vom iranischen Ayatollah Khomeini ausgerufenen „Al Quds-Tags“ auf, um gemeinsam die „Befreiung“ von Al Quds (arab.: Jerusalem) zu fordern. Man kann die Aktivitäten um diese Demonstration getrost als einen jährlichen Treffpunkt des harten Kerns jener Querfront bezeichnen, die an der Organisation und Durchführung der antisemitischen Aufmärsche im Sommer letzten Jahres federführend beteiligt war. Mit der Mobilisierung gegen angebliche israelische Kriegsverbrechen erreichte die zumindest operative Zusammenarbeit zwischen linken und islamistischen Antisemiten hierzulande einen ihrer Höhepunkte in den letzten Jahren. Doch auch in anderen Ländern Europas werden so Querfronten geschmiedet: in Malmö verhinderten zehntausende Islamisten und Autonome im Verbund ein Davis-Cup-Spiel mit israelischer Beteiligung, in Spanien ist ein durchgestrichener Davidstern kein seltener Anblick in linken Räumen und in Italien versucht man die Kämpfer jüdischer Brigaden vom Gedenken an die Resistenza zu verdrängen. Welche Rolle die „längste antisemitische Kampagne des 20. Jahrhunderts überhaupt“ (Robert Wistrich) in diesem Zusammenhang spielt, welche Aktualität Thomas Haurys Erkenntnisse über „die Logik des bundesdeutschen Antisemitismus“ haben und warum Träger von irrationalen Ressentiments jeder Ausformung im Hass auf Israel immer einen gemeinsamen Nenner finden werden, soll im Vortrag erörtert werden.

Marius Mocker ist als freier Referent tätig. Er lebt, arbeitet und studiert in Leipzig. Sowohl im Rahmen diverser Vorträge als auch journalistischer Wortmeldungen (in der Vergangenheit bei Radio Z in Nürnberg) befasst er sich mit aktuellen kulturellen und politischen Debatten und Phänomenen.

Eine Veranstaltung der Gruppen the future is unwritten und Initiative Emanzipation & Antifaschismus in Kooperation mit dem Arbeitskreis Gesellschaftskritik.

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