Magyarische Mobilisierung. Autoritäre und völkische Krisenbewältigung in Ungarn

Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat
27. Januar | 19 Uhr | Universität Leipzig (HSG) | Hörsaal 8

Der „Ungarische Bürgerbund“ Fidesz, die Schwesterpartei der deutschen Unionsparteien, betreibt mit seiner Zwei-Drittel-Mehrheit in einem atemberaubenden Tempo eine autoritäre und auf völkische Mythen rekurrierende Umgestaltung der ungarischen Gesellschaft. Sie agiert im scheinbar vorauseilenden Gehorsam gegenüber der offen antisemitischen und rassistischen Jobbik, in Wirklichkeit aber im gar nicht sonderlich heimlichen Einverständnis mit dieser. Mittlerweile liegt die in der Tradition der nationalsozialistischen Pfeilkreuzler stehende Jobbik in Umfragen zwischen 20 und 30 Prozent der Wählerstimmen. Der Vortrag will zentrale Entwicklungen in der ungarischen Gesellschaft skizzieren, einen Blick auf die Bündnispartner der ungarischen Rechtsparteien werfen und der Frage nachgehen, wie die europäischen Reaktionen auf die Entwicklungen in Ungarn einzuschätzen sind.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien, Herausgeber von „Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert“ und Mitherausgeber von „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung“. Ein ausführlicher Beitrag von ihm zum Thema ist im Heft 2 der Zeitschrift „sans phrase“ erschienen.

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